Angelika Overath 2026
Fotografie: Mayk Wendt anlässlich der Buchpräsentation «Engadinerinnen» vom 18.2.2024
Angelika Overath, 1957 geboren in Karlsruhe, studierte in Tübingen und promovierte mit einer Arbeit über das Blau in der modernen Lyrik. Sie lebte drei Jahre in Thessaloniki. Und immer wieder viele Monate in Istanbul. Regelmässig veröffentlichte sie Reportagen und Essays in Zeitungen und Zeitschriften (u.a. GEO, ZEIT Magazin, DU, Merian, mare, NZZ, FAZ). Sie hat sechs Romane veröffentlicht und drei zweisprachige Gedichtbände (Vallader-Deutsch). Daneben schrieb sie immer wieder über das Engadin. "Alle Farben des Schnees. Senter Tagebuch" wurde ein Bestseller. Seit 2007 lebt sie in Sent, wo sie mit ihrem Mann, Manfred Koch, eine Schule für Kreatives Schreiben führt. Sie ist Mitglied des Autorenverband der Schweiz (A*dS) und der rätoromanischen Schriftstellervereinigung ULR (Uniun per la Litteratura Rumantscha), sowie der Mainzer Akademie der Wissenchaften und der Literatur und der Sudetendeutschen Akademie. Sie wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet; ihre Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt.
Welche drei fast versunkenen Wörter sollten wir wieder vermehrt verwenden? Was gefällt Ihnen daran?
Ich würde andere Wörter vorschlagen:
Die Gefährtin. Sie gefällt mir besser als die "Partnerin". Bei der Partnerin klingt mir zu viel Geschäftliches an. Bei der Gefährtin ist die Fahrt dabei. Was gibt es Schöneres als eine gute Reisebegleitung!
Die Greisin. Leider ist die Geisin verschwunden. Und ich möchte an die schöne Erzählung von Bertolt Brecht "Die unwürdige Greisin" erinnern, die sich auf sich selbst besinnt und nach sich schaut. Ich denke, im Altsein kann ein Schatz liegen, eine neue Freiheit.
Die Amme. Was für ein schöner Beruf! Sie pflegte und stillte ein nicht leibliches Kind. Das hatte dann "Milchgeschwister". Die Amme kann eine lebenslange Vertraute sein. In der Literatur gibt es schöne Beispiele für diesen besonderen Frauen-Status.
Ihre Lieblingsblume?
Nicht originell: Rosen!
Ihr Lieblingstier?
Kann ich nicht sagen; ich mag viele Tiere. Und ich liebte unseren Hund Ginger.
Was ist Ihr bezeichnendstes Merkmal?
Ich halte mich für gelassen-mutig.
Was gönnen Sie sich nach einem intensiven Arbeitstag?
Provokant frühen Schlaf.
Welche Gesellschaft ist Ihnen die liebste?
Meine Familie, unsere Freunde an unserem langen Küchentisch. Und die Gemeinschaft im Klassenzimmer der Senter Schreibschule in der Chasa Misoch.
Ihr Lieblingsschriftsteller/ Ihre Lieblingsschiftstellerin?
Gibt es viele! Ich mag Literatur, die nah am Leben ist, die Erlebnisqualität hat.
Wie reisen Sie am liebsten?
Fraglos: in Zügen! Und da am liebsten im Speisewagen.
Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen?
Dass ich dankbar bin und noch einige Ideen habe.
Welches Buch müssen wir aktuell lesen?
Ovids Metamorphosen.