Das Jahr des Kalks
Roman
BUCHTIPP ANDREA:
Das Jahr des Kalks von Laura Vogt
Ein leiser, zarter und berührender Roman über das Weiterleben nach Verlusten und das Abschiednehmen von dem, was nicht mehr ist. Laura Vogt schreibt in einer unaufgeregt poetischen Sprache über eine ungewöhnliche Form der Trauerarbeit und die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn er geht und fehlt; Staub und Kalk.
Wir folgen Alina durch ihre Erinnerungen an den frühen Weggang ihres Vaters, der sich einfach «aus dem Staub gemacht» hat und dem damit verbundenen bis heute andauernden Schmerz, sowie an die gemeinsamen Wanderausflüge und den London-Trip mit ihrem Onkel Per, der ihr in Kindheit und Jugend zum Ersatzvater geworden ist.
Nach Pers Tod begleiten wir Alina durch ihren Trauerprozess und auf ihrem langsamen, tastenden Weg zurück ins Leben. Schritt für Schritt. Schicht für Schicht.
Die Transformation des Kalks wird dabei zur eindrücklichen Metapher für Vergänglichkeit und Erinnerung, für Sterben und Trauer, aber auch für die Hoffnung, dass im Prozess der Auflösung bereits Neues entstehen kann.
Besonders beeindruckt hat mich die eindringliche Darstellung von Trauer und die sensible Auseinandersetzung der Protagonistin mit den Transformationsprozessen von Mensch und Natur. Ein Roman, der noch lange in mir nachhallt.
Das Jahr des Kalks von Laura Vogt
192 Seiten, gebunden
Dörlemann Verlag
ISBN 978-3-03820-186-1
Fr. 32.90