Den Berg auf der Zunge

Roman

Aktueller Buchtipp von Andrea: «Den Berg auf der Zunge» von Janica Irina Madjar

 

Ein leiser, atmosphärischer Roman über die Frage, woher wir kommen, wohin wir gehören und was geschieht, wenn sich der Boden unter unseren Füssen verändert.

Die Ich-Erzählerin hat das Bergdorf «am Ende der Welt» einst verlassen, um in der Stadt zu studieren. Nun kehrt sie, begleitet von einem kleinen Hund, für einen Sommer nach Wengen zurück. Während der Ferienabwesenheit ihrer Mutter soll sie sich um den Garten kümmern. Doch mit der Rückkehr an den Ort ihrer Kindheit kehren auch Erinnerungen und Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und Identität zurück.

Die Erzählerin lebt im Spannungsfeld des «Dazwischen». Sie wollte Stadtmensch werden, fühlt sich dort aber entwurzelt. Im Dorf wiederum fühlte und fühlt sie sich ebenfalls fremd. Auch ihr früh verstorbener Vater war ein Fremder. In den 1980er-Jahren kam er aus Ex-Jugoslawien als Dorfpfarrer nach Wengen.

Janica Irina Madjar erzählt in ihrem autofiktionalen Debütroman stimmungsvoll, bildstark und poetisch vom Erwachsenwerden mit Migrationsgeschichte, von Zugehörigkeit und Identität, von Stadt und Land, Lebensort und Ferienort, alpiner Enge und Postkartenidylle. Sie erzählt auch von einer Landschaft, die sich verändert. Der Permafrost schmilzt, der Sommer ist heiss und trocken.

Janica Irina Madjar: Den Berg auf der Zunge
132 Seiten, gebunden
Limmat Verlag
ISBN 978-3-03926-113-0
Fr. 36.00